Alfa Romeo Aktuell


Alfa Romeo beim „Festival of Speed" in Goodwood - fünf automobile Legenden starten beim Bergrennen

• Zum 60. Geburtstag von Alfa Romeo Giulietta seltene Zagato-Version dabei
• Ex-Europameister Toine Hezemans steuert einen GTA 1300 Junior von 1971



Charles Gordon-Lennox ist das, was man in Großbritannien ein „Petrol Head" nennt. Seit 1993 lädt der Adlige mit Benzin im Blut jährlich nach Goodwood zum „Festival of Speed". Und weil sein Landsitz in West Sussex südlich von London durchaus weitläufige Ausmaße hat, bleibt neben statischen Ausstellungen auch reichlich Platz, die anwesenden Rennfahrzeuge artgerecht zu bewegen. Aus einer exklusiven Gartenparty hat sich so eine der größten Motorsport-Shows der Welt entwickelt. Über 150.000 Fans, Sammler, Berühmtheiten aus Show und Sport sowie aktive Piloten erwartet der Earl of March und Kinrara am kommenden Wochenende (26. bis 29 Juni 2014) auf den Ländereien rund um Goodwood House. Dieses Jahr steht das „Festival of Speed" unter dem Motto „Addicted to Winning" - süchtig nach Siegen.

Ein Höhepunkt des „Festival of Speed" ist ein Bergrennen über rund zwei Kilometer, ein Andenken an einen bereits 1936 in Goodwood veranstalteten Wettbewerb. Alfa Romeo bringt fünf legendäre Boliden aus dem hauseigenen Museo Storico an den Start: die beiden Grand-Prix-Renner Tipo B P3 (1932) und Tipo 159 Alfetta (1951), den Prototypen 750 Competizione (1955), den Tourenwagen GTA 1300 Junior (1971) sowie aus Anlass des 60. Geburtstages des Alfa Romeo Giulietta die sehr seltene Variante Sprint Zagato mit Aluminiumkarosserie (1960).

Im Alfa Romeo GTA 1300 Junior geht der Niederländer Toine Hezemans an den Start. Der heute 71 Jahre alte „Fliegende Holländer" gehörte in den 1960er und 70er Jahren zu den erfolgreichsten Rennfahrern am Lenkrad der verschiedenen Varianten der Giulia Sprint. 1970 fuhr Hezemans im 1750 GTAm - quasi dem großen Bruder des GTA 1300 Junior - zum Titel des Tourenwagen-Europameisters, ein Jahr später verteidigte er im 2000 GTAm seine Krone.

Besucher des „Festival of Speed" können sich außer auf Action auf der Bergrenn- und der Rallyestrecke auch auf Ausstellungen freuen, die in dieser Anzahl und Vielfältigkeit fast schon einmalig sind. Am Stand von Alfa Romeo sind der Alfa Romeo 4C sowie die neuen Quadrifoglio Verde Versionen von Alfa Romeo Giulietta und Alfa Romeo MiTo die Hauptdarsteller.


Die beim Bergrennen startenden Alfa Romeo:

Alfa Romeo Tipo B „P3" Gran Premio (1932)
Achtzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und zwei Kompressoren; 2.654 cm3; 212 PS bei 5.600 min-1; Höchstgeschwindigkeit 232 km/h.

Der Tipo B - heute besser bekannt als P3 - ist ein Meisterwerk des legendären Konstrukteurs Vittorio Jano. Der Motor ist ein Reihen-Achtzylinder, der aus zwei Blöcken mit jeweils angegossenen Köpfen besteht. Der Hubraum betrug anfangs 2,6 Liter, stieg bis 1935 aber auf 3,8 Liter. Mit Unterstützung von zwei Roots-Kompressoren standen zunächst 212 PS, in der Saison 1935 dann bis zu 330 PS zur Verfügung.

Der P3 war mit insgesamt 46 Siegen bei bedeutenden Rennen der erfolgreichste Rennwagen seiner Ära. Schon das Debut (Großer Preis von Italien 1932 in Monza) endete mit Platz eins für Tazio Nuvolari. Rudolf Caracciola gewann im selben Jahr den Großen Preis von Deutschland. 1933 setzten Luigi Fagioli und Louis Chiron die Siegesserie fort. 1934 gewannen Chiron, Achille Varzi und Guy Moll gegen die immer stärker werdende Konkurrenz der deutschen Teams insgesamt 18 Grand Prix. Tazio Nuvolari gelang der bemerkenswerteste Sieg am Steuer des P3 beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring.


Alfa Romeo Tipo 159 „Alfetta" (1951)
Achtzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und zweistufigem Kompressor; 1.479 cm3; 425 PS (versuchsweise bis zu 450 PS) bei 9.300 min-1; Höchstgeschwindigkeit 305 km/h.

1950 gewann Alfa Romeo Werkspilot Giuseppe „Nino" Farina die erste jemals ausgerichtete Formel-1-Weltmeisterschaft mit dem Tipo 158, Spitzname „Alfetta" (kleiner Alfa). Ein Jahr später trat das Team mit dem weiter entwickelten Tipo 159 an. Ein neuer Auspuff, der Lufteinlass direkt vor der kleinen Frontscheibe und ein verlängertes Heck mit größerem Tank kennzeichneten den Tipo 159. Der von Gioacchini Colombo entwickelte, nur 1,5 Liter große und von einem zweistufigen Roots-Gebläse zwangsbeatmete Achtzylindermotor leistete nun 425 PS. Außerdem sorgte eine Hinterachse nach dem DeDion-Prinzip für besseres Fahrverhalten.

Im Verlaufe der Saison gewann Alfa Romeo vier Grand Prix. Mit drei Siegen (Schweiz, Frankreich/Europa, Spanien) sicherte sich der Argentinier Juan-Manuel Fangio zum ersten Mal den Titel, Teamkollege Farina wurde mit einem Sieg (Belgien) WM-Vierter.


Alfa Romeo 750 Competizione (1955)
Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen; 1.488 cm3; 145 PS bei 9.500 min-1; Höchstgeschwindigkeit 220 km/h.

Alfa Romeo entwickelte 1955 einen Sportwagen für die 1,5-Liter-Klasse. Der Motor stammte vom 1,3-Liter-Vierzylinder des gerade vorgestellten Serienmodells Giulietta ab. Auch die Bezeichnung 750 Competizione war ein Verweis auf die Verwandtschaft zur Giulietta, die den internen Modellcode 750 trug.

Das kleine Kraftwerk dreht über 9.000 Touren und leistet, bestückt mit seitlich austretendem Doppelauspuff, erstaunliche 145 PS. Vielleicht noch erstaunlicher als der Antrieb ist die Karosserie des 750 Competizione. Basierend auf einem Giulietta-Chassis konstruierte Meistertuner Carlo Abarth einen ultraleichten Stahlrahmen. Darauf setzte Boano eine - bis auf die winzigen Türen - aus einem Stück gefertigte Stahlkarosserie. Lediglich 690 kg bringt der Spider auf die Waage. Mehr als zwei Prototypen wurden allerdings nie gebaut.


Alfa Romeo Giulietta SZ Coda Tronca (1960)
Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen; 1.290 cm3; 100 PS bei 6.500 min-1; Höchstgeschwindigkeit 200 km/h.

Während der Alfa Romeo Giulietta als Limousine und Coupé in den seriennahen Klassen im Tourenwagensport erfolgreich war, hatte Designer Zagato die Sportwagen-Kategorien im Visier. Er entwarf eine noch enger anliegende Aluminium-Haut mit rundlichen Formen. Der Name des Coupés: Sprint Zagato, abgekürzt SZ.

Einer Variante mit sehr kurzen Karosserieüberhängen (Coda Tonda) folgte eine zweite, aerodynamisch ausgefeilte mit flacher Schnauze und verlängertem, steil abreißendem Kamm-Heck (Coda Tronca). Mit dem auf 740 Kilogramm gesenkten Gewicht hatte der auf 100 PS leistungsgesteigerte 1,3-Liter-Motor leichtes Spiel: rund 200 km/h waren möglich.


Alfa Romeo GTA 1300 Junior (1971)
Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen, zwei Zündkerzen pro Zylinder und Benzineinspritzung; 1.290 cm3; 170 PS bei 8.200 min-1; Höchstgeschwindigkeit 220 km/h.

In der Tourenwagen-Europameisterschaft wurde Anfang der 1970er Jahre in mehreren Hubraumklassen um Punkte und Titel gefahren. Eine dieser Divisionen war für Fahrzeuge mit weniger als 1,3 Liter Hubraum ausgeschrieben. Alfa Romeo trat in dieser Kategorie mit dem kleinen Bruder des Giulia Sprint GTA 1600 an. Auch der GTA 1300 Junior hatte eine auf das Stahlblechskelett genietete Leichtmetallkarosserie mit dicken Kotflügelverbreiterungen und den Aluminiummotor mit Doppelzündung. Autodelta entlockte dem 1.290-Kubikzentimeter-Vierzylinder mit Spica-Einspritzung bis zu 170 PS.

1972 verhalf der GTA 1300 Junior dem Werksteam von Alfa Romeo zu einem weiteren Europameister-Titel. Einer der erfolgreichsten Fahrer war der Niederländer Toine Hezemans, Spitzname „Fliegender Holländer".


Ausstellung: Der Alfa Romeo 4C - mit Tradition in die Zukunft
Vor genau einem Jahr feierte der Alfa Romeo 4C beim „Festival of Speed" seine Publikumspremiere auf der Straße. Jetzt kehrt der kompakte Supersportwagen nach Goodwood zurück.

Der Alfa Romeo 4C verkörpert mit Heckantrieb und Mittelmotor die unverfälschte DNA der Marke: Performance, italienisches Design und hohe technische Kompetenz bieten maximales Fahrvergnügen bei zugleich höchster Sicherheit. Der inzwischen mit einer ganzen Reihe internationaler Preise ausgezeichnete Alfa Romeo 4C spielt längst im internationalen Rennsport eine verantwortungsvolle Rolle. So wird er unter anderem als offizielles Safety-Car in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft und in der Superbike-Weltmeisterschaft eingesetzt.

Der Alfa Romeo 4C bietet Motorsporttechnologie vom Feinsten. Das komplett aus Leichtmetall gefertigte Triebwerk arbeitet mit einer Benzin-Direkteinspritzung, die bis zu 200 bar Druck aufbaut, und produziert aus einem für Alfa Romeo traditionsreichen Hubraum von 1750 Kubikzentimeter 176 kW (240 PS) bei 6.000 Touren. Das maximale Drehmoment fällt mit 350 Newtonmeter üppig aus und liegt zwischen 2.100 und 4.000 Umdrehungen pro Minute bei diesem Wert. Der Motor des Alfa Romeo 4C erreicht spezifische Leistungen von 137 PS beziehungsweise 200 Nm pro Liter Hubraum - neue Rekorde in dieser Hubraumklasse.

Noch beeindruckender ist das Leistungsgewicht, also das Verhältnis aus Motorkraft und Gewicht. Dank Fahrgastzelle (Monocoque) aus Kohlefaser, weitgehender Verwendung von Aluminium für Rahmen und Fahrwerk sowie spezieller Kunststoffe für die Karosserie bringt das italienische Coupé trocken nur 895 Kilogramm auf die Waage. Jedes PS muss weniger als vier Kilogramm bewegen - ein Spitzenwert selbst in der Liga der Supersportwagen.

Dieses Leistungsgewicht sorgt zusammen mit dem automatisierten Doppelkupplungsgetriebe Alfa Romeo TCT, das Gangwechsel in Sekundenbruchteilen absolviert, und dem neuen Modus „Race" der Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A. für eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 258 km/h. Bei einer Vollbremsung werden Werte von 1,2 g, bei Kurvenfahrt bis zu 1,1 g erreicht. Auch die Länge von nur knapp vier Meter, der Radstand von unter 2,40 Meter und die Gewichtsverteilung von nahezu 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse zeugen von der Kompaktheit und Agilität des Alfa Romeo 4C.

Quadrifoglio Verde - ein Symbol für Alfa Romeo Rennsiege seit 1923
Ebenso wie der Supersportwagen Alfa Romeo 4C stehen Alfa Romeo Giulietta Quadrifoglio Verde und Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio für pures Fahrvergnügen und atemberaubendes Design in konzentrierter Form. Auch diese beiden Sportlimousinen sind beim „Festival of Speed" in Goodwood zu Gast.

Das Quadrifoglio Verde im Namen der beiden neuen Modelle ist eine Reminiszenz an einen Glücksbringer aus der Anfangszeit von Alfa Romeo. 1923 feierte die Marke beim Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien den ersten Sieg. Ugo Sivocci kreuzte im Alfa Romeo RL als Sieger die Ziellinie - auf der Motorhaube ein vierblättriges Kleeblatts aufgemalt. Seitdem zierte das Symbol die Rennwagen von Alfa Romeo. Seit den 1960er Jahren kennzeichnet das Quadrifoglio Verde außerdem auch die sportlichsten Serienfahrzeuge der Marke.

Exakt 60 Jahre nach der Präsentation der ersten Modellgeneration Alfa Romeo Giulietta tritt die neue Topversion der Baureihe wiederum unter dem Label Quadrifoglio Verde auf. Sie zieht ihr überlegenes dynamisches Potenzial aus einer leistungsgesteigerten Variante des Turbomotors. Wie beim Alfa Romeo 4C auch, produziert der komplett aus Leichtmetall gefertigte Vierzylinder nun 176 kW (240 PS).

Und ebenfalls in Analogie zu dem zweisitzigen Sportwagen ist das Triebwerk kombiniert mit dem Doppelkupplungsgetriebe Alfa Romeo TCT, das sechs Gänge zur Verfügung stellt. Die im Segment einzigartige, in der Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A. verankerte Start-Automatik (Launch Control) ermöglicht dem Alfa Romeo Giulietta Quadrifoglio Verde den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in nur sechs Sekunden.

Auch das neue Topmodell der Baureihe Alfa Romeo MiTo trägt als Konzentrat der dynamischen Eigenschaften die traditionsreiche Bezeichnung Quadrifoglio Verde. Sein Triebwerk ist ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit MultiAir Ventilsteuerung, der 125 kW (170 PS) leistet. Er steht für ein Leistungsgewicht von sehr guten 6,7 Kilogramm pro PS und einer spezifischen Leistung von 124 PS pro Liter Hubraum. Kombiniert ist der Vierzylinder mit dem automatischen Doppelkupplungsgetriebe Alfa Romeo TCT mit sechs Gängen.

So stehen auch die neuen Quadrifoglio Verde Versionen von Alfa Romeo Giulietta und Alfa Romeo MiTo in der Tradition von sportlichem Fahrvergnügen und leistungsfähigen Motoren, ohne die Aspekte Umweltschutz und Effizienz zu vernachlässigen. Sie bieten wie alle Alfa Romeo weit mehr als ein konventionelles Transportmittel. Sie verstehen es wie kaum Fahrzeuge anderer Marken, die Frau oder den Mann am Lenkrad zu begeistern.


Alfa Romeo 4C
Kraftstoffverbrauch kombiniert l/100 km: 6,8. CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 157.
Alfa Romeo Giulietta Quadrifoglio Verde
Kraftstoffverbrauch kombiniert l/100 km: 7,0. CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 162.
Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio Verde
Kraftstoffverbrauch kombiniert l/100 km: 5,4. CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 124.
Alle Verbrauchsangaben und Emissionswerte nach RL 80/1268/EWG.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Frankfurt, im Juni 2014






 




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