Alfa Romeo Aktuell


Fiat Chrysler Automobiles bei den „24 Runden der Garage du Pont" - legendäre Rennwagen starten bei Klassiker-Veranstaltung in Potsdam

• Am 29. und 30. August 2015 treffen sich historische Fahrzeuge im Schatten der Glienicker Brücke.
• Hommage an das 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit Grand-Prix-Sieger Alfa Romeo 8C 2300 Monza, dem Mille-Miglia-inspirierten Fiat 1100S, Juan Manuel Fangios Lancia D25 und dem Jeep Urvater Willys MB.

Genau in der Mitte verlief einst die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. In den Zeiten des „Kalten Krieges" zwischen West und Ost wurden hier Gefangene ausgetauscht, galt die Stahlträgerkonstruktion über die Havel als „Brücke der Spione". Heute ist die Glienicker Brücke im Süden von Berlin Teil eines UNESCO-Weltkulturerbes - und Kulisse für einen Klassiker-Event der besonderen Art. Als Hommage an das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans hat Veranstalter Kai Desinger die „24 Runden der Garage du Pont" ins Leben gerufen. Am Sonntag, 30. August 2015, lassen auf einem rund 1,2 Kilometer langen Dreieckskurs historische Renn- und Sportwagen bei Demonstrationsfahrten feinste Motorsportatmosphäre aufkommen.

Fiat Chrysler Automobiles beteiligt sich mit seinen Marken Alfa Romeo, Fiat, Lancia und Jeep an der zweiten Ausgabe der „24 Runden der Garage du Pont" (www.24tours-du-pont.de). Von privaten Sammlern kommen ein Alfa Romeo 8C 2300 Monza und ein Alfa Romeo 6C 1750, zwei legendäre Rennwagen der 1930er Jahre. Das Werksmuseum von Fiat schickt einen speziell für das Straßenrennen Mille Miglia entwickelten Fiat 1100S von 1948 nach Potsdam. Noch seltener sind die beiden Fahrzeuge, die sich aus der Collezione Lancia von Turin aus auf den Weg machen. Im Lancia D25 sind mit ein wenig Phantasie noch die Fingerabdrücke von Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio zu erkennen - der Argentinier fuhr exakt dieses Exemplar 1954 bei einem Rennen in Irland. Nicht weniger auffällig ist der Lancia Stratos, das Basisfahrzeug für den Rallye-Weltmeister der Jahre 1974 bis 1976. Jeep bringt den Urvater aller modernen Geländewagen mit, einen rund 70 Jahre alten Willys MB von 1945.

Vervollständigt wird die Mannschaft der Fiat Chrysler Automobiles durch einen Alfa Romeo 8C Spider, die 2008 präsentierte offene Variante des Supersportwagens mit 331 kW (450 PS) starkem Achtzylindermotor. Dessen aktueller Nachfolger ist der Alfa Romeo 4C. Das zweisitzige Coupé mit Kohlefaser-Monocoque wird während der „24 Runden der Garage du Pont" als Pace-Car eingesetzt.

Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung mit dem französischen Zweitnamen „24 Tours du Pont" ist eine aus den 1930 Jahren stammende, inzwischen mit viel Liebe zum Detail restaurierte Tankstelle an der Berliner Straße. Hier ist eine Boxengasse aufgebaut, das Fahrerlager ist auf dem Gelände der benachbarten Villa Schöningen untergebracht. Die Demonstrationsfahrten starten am Sonntag um 12 Uhr. Die Strecke führt von der Garage du Pont über die Berliner Straße, die Menzelstraße nach Norden und über die Schwanenallee zurück zur Berliner Straße.

Auch das Rahmenprogramm dreht sich ganz um Klassiker. Beim Concours d'Elegance (Samstag ab 14 Uhr) treten herausragende Oldtimer im Schönheitswettbewerb gegeneinander an. Weitere Fahrzeuge sind im „Parc de l'Automobiles Historique" auf den Wiesen am Ufer des Jungfernsee entlang der Schwanenallee ausgestellt. Im Klassikerhafen der ehemaligen Kaiserlichen Matrosenstation Kongnaes liegen passend zu den automobilen Raritäten historische Motorboote und Segelyachten vor Anker. Einige von ihnen kreuzen an beiden Veranstaltungstagen auf dem Jungfernsee und nehmen auch Gäste zu kurzen Ausfahrten auf der Havel mit.

Alfa Romeo: Grand-Prix-Sieger und Mille-Miglia-Gewinner

Mit zwei legendären Rennern aus der Vorkriegsära ist Alfa Romeo bei den „24 Runden der Garage du Pont" vertreten - einem Tipo 6C 1750 und einem Tipo 8C 2300 Monza.

Der Alfa Romeo 6C war in den frühen 1930er Jahren das Maß der Dinge im Rennsport und auf der Straße. Sein Reihensechszylinder - daher die Modellbezeichnung 6C - mit zwei obenliegenden Nockenwellen war zu der Zeit eine technische Sensation. Bestückt mit einem Doppelvergaser, leistet der Motor des 6C 1750 Super Sport lebhafte 85 PS. Mit Roots-Kompressor steigt die Leistung auf bis zu 102 PS. Die für Renneinsätze auf das Nötigste reduzierten Karosserien der Werksautos kamen von Zagato. Werksfahrer Tazio Nuvolari gewann mit dem Tipo 6C 1750 die Mille Miglia.

Der nächste Geniestreich der Alfa Romeo Ingenieure war ein Reihen-Achtzylinder, italienisch „8 cilindri". Das auf zwei miteinander verbundenen Vierzylinderblöcken basierende Triebwerk erhielt gemäß dem Hubraum die Bezeichnung 8C 2300. Für optimale Füllung der Brennräume mit Kraftstoff-Luft-Gemisch sorgt ein Roots-Kompressor. Bis zu knapp 180 PS beträgt die Leistung.

Alfa Romeo baute zwei unterschiedliche Chassis. Bei Grand-Prix-Rennen kam eine zweisitzige Variante zum Einsatz. Der erste große Sieg datiert auf den Großen Preis von Italien 1931. Bei dem über mehr als 1.500 Kilometer gehenden Rennen im königlichen Park von Monza teilten sich zwei Fahrer ein Auto. Nach zehn Stunden überquerten die Alfa Romeo Werkspiloten Tazio Nuvolari/Giuseppe Campari vor ihren Teamkollegen Ferdinando Minoia/Baconin Borzacchini als Gewinner die Ziellinie. Aus Anlass dieses Doppelsieges erhielt der Zweisitzer den Namenszusatz Monza. Der Alfa Romeo 8C 2300 feierte Siege außerdem beim Grand Prix von Monaco 1932, bei den Eifelrennen 1932 - durch den Deutschen Rudolf Caracciola - und 1933, bei der Mille Miglia 1934 sowie drei Mal bei der Targa Florio.

Fiat: Die Überraschung der Mille Miglia

Das 1957 zum letzten Mal veranstaltete Straßenrennen Mille Miglia stand zwar stets im Zeichen der um den Sieg kämpfenden Werkssportwagen von Alfa Romeo, Ferrari, Maserati oder Mercedes. Doch für den überwiegenden Teil des Starterfeldes waren diese Fahrzeuge unerschwinglich. Privatfahrer traten meist mit deutlich volksnäheren Rennwagen an.

Ein Beispiel dafür ist ein Fahrzeug, mit dem sich Fiat an den „24 Runden der Garage du Pont" beteiligt - der Fiat 1100S. Das nur etwa 400 Mal gebaute zweitürige Coupé war trotz der vergleichsweise bescheidenen Motorleistung in den Jahren 1947 bis 1949 sogar für Spitzenplätze gut. Fiat zeigt den Fans entlang der Strecke in Potsdam ein besonderes Exemplar aus dem Jahr 1948 mit Aluminiumkarosserie.

Jeep: Willys MB - der Urvater aller Geländewagen

Für den Ursprung des Namens Jeep gibt es mehrere Theorien. Eine sieht den Begriff „General Purpose", abgekürzt GP und umgangssprachlich zu Jeep gewandelt als Wurzel. Jedenfalls bezeichnet „vielseitige Verwendung" genau den Kern des Entwicklungsauftrags, den das US-amerikanische Militär zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erteilte. Die Firma Willys-Overland gewann den Auftrag, als Willys MB - formell Willys Jeep MB Truck, 1/4 Tonne, 4x4 - ging das erste in Großserie gefertigte Allradfahrzeug der Geschichte in Produktion. Rund 370.000 Stück stellte Willys-Overland bis Kriegsende ausschließlich für militärische Zwecke her.

Nach Kriegsende entwickelte Willys-Overland aus dem Willys MB die zivile Variante CJ-2A. Der „Civilian Jeep" gilt heute als Urvater aller Straßenfahrzeuge mit Vierradantrieb.

Lancia: Der Renner des Juan Manuel Fangio

Zwei Extreme des Motorsports vertreten zwei Fahrzeuge, die aus der Collezione Storico von Lancia an nach Potsdam kommen. Für die Sportwagen-Weltmeisterschaft wurde der Lancia D25 konstruiert. Nur vier Stück des mit 3,8 Liter großen V6-Zylinder ausgestatteten Rennwagens wurden gebaut. Mit dem bei den „24 Runden der Garage du Pont" teilnehmenden Exemplar startete Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio bei der Tourist Trophy 1954 in Irland.

Der Lancia Stratos dominierte Mitte bis Ende der 1970er Jahre weltweit den Rallyesport. Unter anderem siegte er drei Mal in Folge bei der Rallye Monte Carlo und gewann drei Titel in der Marken-Weltmeisterschaft (1974 bis 1976). Der keilförmige Zweisitzer hat eine Kunststoff-Karosserie, der ursprünglich von Ferrari stammende 2,4-Liter-Sechszylinder mit gegen Ende der Motorsportkarriere knapp 300 PS sitzt gewichtsoptimierend im Rücken von Fahrer und Beifahrer.

Die Regeln der sogenannten Gruppe 4 erforderten eine Mindestproduktion von 500 Serienfahrzeugen innerhalb von 24 Monaten, bevor das darauf basierende Rallyeauto für Wettbewerbe zugelassen wurde. Eine weitere Besonderheit war, dass für gewisse technische Verbesserungen nur 100 Serienfahrzeuge nachgewiesen werden mussten. Eines dieser seltenen Evolutionsmodelle, lackiert in strahlendem Orange, wird den charakteristischen Sound des nahezu ungedämpften V6 bei den „24 Runden der Garage du Pont" erklingen lassen.

Die historischen Fahrzeuge der Fiat Chrysler Automobiles bei den „24 Runden der Garage du Pont 2015":

Alfa Romeo 8C 2300 (Rennwagen mit Achtzylindermotor)
Alfa Romeo 6C 1750 (Rennwagen mit Sechszylindermotor)
Alfa Romeo 4C (zweisitziges Coupé mit Kohlefaser-Monocoque)
Fiat 1100S Mille Miglia (Privatfahrer-Rennwagen für das legendäre 1000-Meilen-Rennen, 1948)
Willys MB („Urvater" aller Jeep und aller Geländewagen)
Lancia D25 (Juan Manuel Fangios Rennwagen aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft, 1954)
Lancia Stratos HF (zur Motorsport-Zulassung dienendes Sondermodell, 1974)

24 Runden der Garage du Pont (Glienicker Brücke, Berliner Str. 88, 14467 Potsdam)

Samstag, 29. August 2015:
ab 14:00 Uhr Ausstellung und Concours mit Vorstellung der Fahrzeuge
17:00 Uhr Siegerehrung Concours du Pont

Sonntag, 30. August 2015:
ab 11:00 Uhr Warm-Up und Einstellrunden
12:00 Uhr Start der „24 Runden der Garage du Pont"
ca. 18:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Frankfurt, 27. August 2015





 




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