Alfa Romeo Aktuell


Alfa Romeo beim AvD Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring - fünfzig Jahre nach legendärem Sieg zurück in der „Grünen Hölle"

• Erfolg beim Sechs-Stunden-Rennen legte Grundstein für den Europameister-Titel in der Saison 1966.
• Auch beim 2016er AvD Oldtimer Grand Prix (12. - 14. August) zahlreiche Alfa Romeo Giulia Sprint GTA am Start.
• Alfa Romeo ist erneut offizieller Partner von Europas größter Oldtimer-Rennveranstaltung.
• Alfaclub mit eigenem Veranstaltungszelt vertreten.
• Testfahrten mit Alfa Romeo Giulia.

3. Juli 1966. Auf dem Nürburgring steht das berühmte Sechs-Stunden-Rennen an, das in jener Saison erneut einer der Höhepunkte der Tourenwagen-Europameisterschaft ist. Um den Sieg kämpfen die Werksteams von Alfa Romeo und BMW, nur Außenseiterchancen haben Ford, Lancia oder die bulligen Mercedes 300SE. BMW tritt mit dem 2000 TI in der Klasse bis zwei Liter Hubraum an. Der Alfa Romeo Giulia Sprint GTA mit knapp 1.600 Kubikzentimeter Hubraum ist eine Division darunter eingestuft.

Andrea de Adamich (Italien), Nummer-1-Fahrer bei Alfa Romeo, umrundet die legendäre Nordschleife im Training als Einziger in weniger als zehn Minuten. Auch im Rennen setzt er sich zusammen mit Teamkollege Teodore Zeccoli (Italien) im GTA mit der Startnummer 31 an die Spitze. Ihre härtesten Widersacher sind die beiden Werks-BMW mit den deutschen Starfahrern Hubert Hahne und Dieter Glemser. Doch im Ziel hat das italienische Duo schließlich eine Runde Vorsprung und außerdem die schnellste Runde gefahren - einer der seltenen Fälle, in denen ein Fahrzeug aus der 1.600-Kubikzentimeter-Klasse den Gesamtsieg erzielt.

Mit diesem Erfolg legen De Adamich/Zeccoli den Grundstein für gleich zwei Titel in der Tourenwagen-Europameisterschaft (Division 2) des Jahres 1966. Alfa Romeo gewinnt die Markenwertung, Andrea de Adamich wird Champion bei den Fahrern.

Fünfzig Jahre später kehrt Alfa Romeo an den Ort dieses bemerkenswerten Sieges zurück. Die Traditionsmarke ist nicht nur erneut offizieller Partner des Automobil Club von Deutschland (AvD) beim Oldtimer Grand Prix (12. - 14. August 2016). Der Alfa Romeo Giulia Sprint GTA ist auf dem Nürburgring in verschiedenen Rennen außerdem zahlenmäßig stark vertreten. Schließlich gehört das Leichtbau-Coupé aus Italien auch im historischen Tourenwagensport stets zu den Siegkandidaten.

Großer Auftritt für den Alfaclub, Testfahrten mit neuer Alfa Romeo Giulia

Der AvD Oldtimer Grand Prix ist mit rund 500 Teilnehmern die größte historische Rennveranstaltung in Europa. Die Bandbreite reicht von Grand-Prix-Fahrzeugen aus der Vorkriegsära über historische Formel-1-Boldiden und Le-Mans-Sportwagen bis zu Tourenwagen und der Formel Junior. Von Freitag bis Sonntag stehen knapp 50 Trainings- und Rennläufe auf dem Programm (weitere Informationen im Internet unter www.avd.de/ogpracing).

Traditionell können diejenigen der rund 50.000 Fans, die mit einem Alfa Romeo anreisen, bis ins Innengelände der Rennstrecke fahren und dort parken. Genauso traditionell ist der Alfaclub mit einem eigenen Veranstaltungszelt am Rande des Fahrerlagers vertreten. Die Fahrzeuge der rund 300 erwarteten Mitglieder bilden einen beeindruckenden Querschnitt durch die über 100-jährige Geschichte der italienischen Traditionsmarke. Für die Mitglieder des Alfaclub bietet der AvD Oldtimer Grand Prix außerdem die Möglichkeit, eine Probefahrt mit der neuen Alfa Romeo Giulia zu unternehmen.

In direkter Nachbarschaft des Alfaclub baut die Scuderia Portello ihr Camp auf. Die nach dem ersten Firmensitz von Alfa Romeo benannte Klassik-Motorsportabteilung bringt gleich vier historische Rennwagen an den Start, darunter auch ein GTA.

Alfa Romeo Giulia Sprint GTA - Leichtbau im Extremen

Autodelta, die offizielle Motorsportabteilung von Alfa Romeo, entwickelt für die Saison 1966 auf Basis des Alfa Romeo Giulia Sprint eine sogenannte Homologationsversion für Tourenwagenrennen. Hinter dem Zusatz „A" in der Typenbezeichnung GTA verbirgt sich dabei der italienische Begriff „alleggerita", zu Deutsch „erleichtert". Um das Gewicht zu senken, greifen die Ingenieure tief in die Karosseriestruktur ein. Die komplette Außenhaut wird aus nur 1,2 Millimeter dünnem Peraluman getrieben, einer sehr leichten Aluminium-Magnesium-Zink-Mangan-Legierung. Türen und Motorhaube sowie alle nicht tragenden Teile der Karosserie (innere Abschlussbleche, Windlaufblech, Reserveradwanne) werden aus Aluminium gefertigt. Nur Bodenblech und Dachsäulen bestehen noch aus Stahlblech. Hintere und seitliche Scheiben sind aus leichtem Plexiglas hergestellt.

Optisch ist der GTA durch die zusätzlichen Lufteinlässe in der Front, die Türgriffe in Form leichter Aluminiumschlaufen, Magnesium-Felgen von Campagnolo, die offensichtlichen Nieten der Karosseriebefestigung, Sportlenkrad sowie Aufkleber mit dem legendären Quadrifoglio Verde (vierblättriges Kleeblatt) zu erkennen. Der GTA bringt als Serienfahrzeug schließlich nur noch 745 Kilogramm auf die Waage, über 200 Kilogramm weniger als das konventionelle Coupé.

Auch der 1,6-Liter-Motor ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Der Block besteht aus Aluminium, während Ölwanne, Motorstirnwanddeckel, Ventildeckel, Getriebeglocke und hinterer Getriebedeckel aus der Magnesium-Legierung Elektron gegossen werden. Bestückt mit Doppelzündung und zwei 45er Weber-Doppelvergasern leistet das Triebwerk serienmäßig 115 PS.

Doch die offiziell knapp über 500 Mal gefertigte Serienversion ist nur der erste Schritt, um die vorgeschriebene Zulassung zum Rennsport (Homologation) zu erfüllen. Für den Einsatz auf der Rennstrecke bietet Autodelta betuchten Kunden die Corsa-Variante an, die noch einmal stark modifiziert wird. Zu den Unterschieden gehören der 90-Liter-Tank, Ölkühler, Überrollbügel, Sperrdifferenzial von ZF, Stabilisator auch an der Hinterachse sowie der länger übersetzte fünfte Gang. Autodelta hält außerdem weitere Tuningteile wie beispielsweise spezielle Vorderradaufhängungen, die in ihrer Führung modifizierte Gleitstein-Hinterachse oder unterschiedliche Getriebe- und Achsübersetzungen parat. Außerdem fällt die Innenausstattung noch spartanischer aus - die Armaturentafel besteht bei manchen Exemplaren aus einer Art Pappe, die mit Dekorfolie beklebt ist. Für Werksautos werden zeitweise sogar Bodenbleche aus Peraluman verwendet. Dadurch sinkt das Gewicht auf etwa 700 Kilogramm. Die jetzt im Kofferraum installierte Batterie verbessert zusätzlich die Gewichtsverteilung.

Die Motorleistung steigt bei der Corsa-Variante durch die Verwendung anderer Kolben, eines Stahl-Fächerkrümmers mit größerem Querschnitt, schärferer Nockenwellen und eines Staudruckkastens über den Ansaugtrichtern auf rund 170 PS. Der seitlich unter der Fahrertür austretende Rennauspuff sorgt für einen unvergleichlichen Sound.

Der Gewinn der Tourenwagen-Europameisterschaft 1966 bleibt nicht der einzige Erfolg für den Alfa Romeo Giulia Sprint GTA. Das Werksteam holt mit diesem Modell auch 1967 und 1969 den Markentitel. Andrea de Adamich wird 1967 erneut Europameister, 1969 ist Alfa Romeo Werkspilot Spartaco Dini an der Reihe. Anschließend setzt das Nachfolgemodell Alfa Romeo Sprint GTAm die Siegesserie fort.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Frankfurt, 11. August 2016





 




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