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Zu der zeit als die Alfetta vorgestellt wurde, gehörte es bei Alfa Romeo zur Tradition, dass jeder Limousine ein Coupe zur Seite gestellt wurde. Auch für die Alfetta Berlina hatte man eine solche Version vorgesehen, die 1974 vorgestellt wurde. Entworfen wurde sie vom allseits bekannten Designer Giorgio Giugiaro. Wie bei der Alfetta ist die Geschichte des Coupe zum besseren Verständnis in die Serien I-III aufgeteilt, wobei der größte Schnitt 1980 zur Serie zwei gemacht wurde, als die GT zur GTV 6 wurde und auch sehr umfangreiche Karosserieveränderungen vorgenommen wurden. Der Unterschied zwischen zweiter und dritter Serie besteht hauptsächlich aus Karosserieretuschen (mehr Plastik)


1. Serie

Die Alfetta GT wurde in ihrem Erscheinungsjahr als viersitziges Coupe vorgestellt, das ursprünglich als Nachfolger für die Giulia Sprint Coupes (Bertone) gedacht war. Diese wurden jedoch wider Erwarten bis 1977 parallel weitergebaut. Das auch, weil die Resonanz der Kunden für den Bertone noch groß genug war und den Bau der beiden Coupes nebeneinander erlaubte. Erste Entwürfe der Alfetta GT gehen bis aufs Jahr 1967 zurück.

Charakteristisch waren die keilförmige Karosserie und der extravagante Instrumententräger. Wie bei einem Sportwagen üblich saß der Drehzahlmesser im direkten Blickfeld des Fahrers. Außergewöhnlich war jedoch, das dies das einzige Instrument war, das sich hinterm Lenkrad befand. Alle weiteren Instrumente wie Tacho, Tank- und Temperaturanzeige sowie Öldruckmesser befanden sich in der Mitte des Armaturenbretts oberhalb der Radioöffnung und der Bedienelemente für Heizung/Lüftung. Diese nicht alltägliche Instrumentenanordnung war sehr umstritten und angeblich nicht sehr praxistauglich.

Doch auch durchaus praktische Details wurden am neuen Coupe verwirklicht. So ist das hintere Seitenfenster zweigeteilt und der vordere Bereich lässt sich mit einem Rändelrad versenken, was sicherlich die Fondpassagiere gegenüber den normalen Ausstellfenstern als sehr vorteilhaft empfunden haben.

Als einzige Motorisierung wurde 1974 der aus der Berlina bekannte 1.8 l Doppelnocker mit 122 PS Leistung angeboten. Auch alle weiteren Technikkomponenten wie die geniale Transaxle-Bauweise teilte sich das Coupe mit der Berlina. Für das Coupe hatte Alfa Romeo lediglich den Radstand gekürzt.

Im Zuge der 1975 eingeführten Zusatzbezeichnungen für den Hubraum bei der Berlina, wurde auch die GT umbenannt. Sie hieß jetzt Alfetta GT 1.8. Sie erhielt die gleichen motorischen Veränderungen, wie die Limousine (geänderte Vergaser), weshalb sie auch 4 PS an Leistung verlor und nur noch 118 PS leistete.

1976 wurde die GT dann von zwei neuen Modellen abgelöst. Der Alfetta GT 1.6, die mit dem aus der Alfetta Berlina bereits seit 1975 bekannten 108 PS-Motor ausgerüstet war und der Alfetta GTV. Wobei das „V“ hier für „Veloce“ der schnellsten Version vorbehalten war. Die Veloce bekam den Zweiliter mit 122 PS.

Erkennbar waren die Versionen am Dreieck in der C-Säule, das zur Zwangsentlüftung des Fahrgastraumes diente. Bei der Version Veloce war hier die Buchstabenfolge Veloce eingestanzt, wogegen die 1,6 ein normales Dreieck hatte. Der Kühlergrill der GTV bekam zusätzlich zwei Chromstreben und Gummi-Stoßstangenhörner. Beide Versionen bekommen nun über dem hinteren Nummernschild den Alfa Romeo Schriftzug.

1978 erschein die Alfetta GTV 2000 L. Sie erhält den geänderten Motor der Berlina und leistet nun 130 PS, was ihre Höchstgeschwindigkeit auf 195 km/h anhebt.

Ein Jahr später erscheint, in sehr geringer Stückzahl, die bis dato Leitsungsstärkste Version, die Alfetta GTV 2.0 Turbodelta. Sie war das erste italienische Fahrzeug mit Turbotriebwerk und wurde von der Alfa Romeo Rennsportabteilung Autodelta entwickelt. Der Motor leistete nach der Aufladung 150 PS, einige Quellen nennen aber auch 170 PS. Für die Herstellung wurde die serienmäßig vom Band laufende Alfetta GTV 2000 L genommen und anschließend von Autodelta modifiziert. Erkennbar waren die Turbos an der geänderten und fast immer schwarzen Motorhaube und einem farbigem über die Seitenflanke verlaufenden Autodelta-Schriftzug. Im Innenraum kann noch eine Ladedruckanzeige hinzu.


2. Serie

Im Jahre 1979 wurde dann die GTV 6 2.5 vorgestellt. Das Alfetta Coupe erhielt einen nagelneuen V6-Motor und die Karosserie eine umfangreiche Überarbeitung. Diese äußerte sich nicht nur an der Karosserie sondern auch an der Technik.

Bei dem Motor handelte es sich um exakt das selbe Aggregat, das bereits schon n der Staatslimousine Alfa Sei seinen Dienst tat. Für das Coupe war der Motor jedoch modifiziert worden und hatte eine elektronische Benzineinspritzung erhalten (L-Jetronic von Bosch), während im Sei noch 6 !!! einzelne Fallstromvergaser arbeiteten. Die Einspritzung senkte den Verbrauch und auch die Abgaswerte erheblich und so konnten die meines Wissens letzten 200 GTV6 im Jahre 1986 sogar noch mit einem Katalysator ausgestattet werden.

Dieser Motor war übrigens seit den Sechziger Jahren der erste Sechszylinder den Alfa nach langer Zeit wieder auf den Markt. Er war so gut, dass er, mit einigen Veränderungen bis 2005 im letzten GTA als 3.2 seinen Dienst tat uns so über 20 Jahre gebaut wurde (Leider ersetzte Alfa ihn im 159 und Brera dann durch ein „Ding“ das, obwohl angeblich eine Neuentwicklung, um Längen hinter dem italienischen V6 zurückbleibt und einzig und allein durch Sauf- statt durch Laufkultur besticht.)

Das erste was am neuen V6 auffällt ist sein Sound. Niemand konnte bisher einen geileren Sound für einen V6 erschaffen wie die Italiener!

Der V6 leistete 158 PS aus 2492 ccm. Damit war er in der GTV& nach offiziellen Angaben 205 km/h schnell. Es gibt jedoch einige Tests, aus denen hervorgeht, dass er viel schneller war. Von technischer Seite gab es auch noch Änderungen am Fahrwerk (härtere Abstimmung) und an Getriebe und Kupplung (jeweils verstärkt) Bei den letzten Katalysatorversionen sank die Leistung auf 150 PS. Parallel wurde zum V6 noch der bereits bekante 2,0 Vierzylinder angeboten, der 130 PS leistete.

Mit der Einführung des Motors gingen auch viele optische Änderungen einher. So wurde im Innenraum das Armaturenbrett verändert und alle Instrumente, wie üblich, in einer Einheit vor dem Lenkrad zusammengefasst.

Äußerlich gab es statt Chrom- Kunststoffstoßfänger und einen Frontspoiler, ebenfalls aus Plastik. Am Heck waren die zuvor zweigeteilten Rückleuchten gegen größere aus einem Stück ausgetauscht worden. Dazu war die Bezeichnung Alfetta gänzlich weggefallen. Die Fahrzeuge hießen nun GTV. Als Unterscheid zum 2 Liter erhielt der V6 eine andere Motorhaube mit einer durch einen Plastikdeckel abgedeckten Hutze. Die war nötig, um den höher bauenden 6-Zylinder unterzubringen. Auch die Bezeichnung an der Entlüftung am Wagenheck fiel weg und wurde bei allen Versionen durch ein Kunststoffteil ersetzt.

Ausgeliefert wurden die neuen Coupes ab 1980, wobei die ersten Fahrzeuge alle für interne Zwecke abgezweigt wurden. Sie wurden zu einem Großteil für den Rennsport präpariert, so dass die ersten Kundenfahrzeuge ab 1981 liefen.


3. Serie

Die bis zur Produktionseinstellung in 1986 letzte Änderung erfuhr das Coupe dann 1983. Hier wurden hauptsächlich Veränderungen an der Optik vorgenommen, die wärmedämmende Scheiben, eine integrierte Antenne in der Windschutzscheibe, andere Türverkleidungen und Sitze mit Netzkopfstützen enthielten. Auch die Wärmedämmung wurde verbessert. Die Flanke erhielt zudem eine Plastikbebplankung.

Die Alfetta GTV wurde bis einschließlich 1986 gebaut. Sie erhielt zunächst keinen Nachfolger… Erst 1995 erschien mit dem GTV und dem nahezu baugleichen Spider das eigentliche Nachfolgemodell.

Ansprechpartner: Olaf Schwarzer



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